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04.05.2011
Stresstest für EU-Atomkraftwerke: Vorschläge zu Prüfkriterien

Beratung über die Prüfkriterien für Kraftwerkstests. Reichen die Vorschläge aus?

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima steht die Atompolitik besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Bereits kurz nach dem Reaktorunfall in Folge des Erdbebens in Japan, wurden Rufe nach sog. Stresstests der europäischen Atomkraftwerke laut (der WFEB berichtete).

Seit dem 3. Mai 2011 liegen nun auch konkrete Vorschläge auf dem Tisch. Die EU-Energieminister berieten darüber im Rahmen eines informellen Treffens in Gödöllö bei Budapest.

Für Aufsehen sorgten allerdings die ausgewählten Prüfkriterien, anhand derer die Sicherheit der europäischen Kernkraftwerke bestimmt werden soll.

Geprüft werden soll die Widerstandsfähigkeit der Kraftwerke bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Tsunamis und Extremtemperaturen. Darüber hinaus sollen Vorsichtsmaßnahmen für den Fall eines Totalausfalls der Stromzufuhr und der Reaktor-Kühlsysteme untersucht werden.

Bedrohungen für Atomkraftwerke durch Terrorangriffe, Flugzeugabstürze, oder menschliches Versagen wurden bislang noch nicht in den Katalog der Prüfkriterien aufgenommen. Energie-Kommissar Oettinger stellte zwar in Aussicht, dass auch geprüft werden könnte, ob Kernkraftwerke einen Zusammenstoß mit einem abstürzenden Flugzeug aushalten. Dies sei aber noch „eine offene Frage", zitiert die dpa.

Einige EU-Länder seien gegen derartige Prüfkriterien, berichtet die dpa. In Diplomatenkreisen heißt es, vor allem Frankreich und Großbritannien seien dagegen.

Besonders vor dem Hintergrund, dass die britische Polizei erst am 3. Mai 2011 fünf Verdächtige festgenommen hat, die eine Atomanlage in Sellafield filmten, geben die weniger strengen Prüfkriterien Anlass zur Sorge. Ob es sich bei den Verdächtigen in Großbritannien um Terroristen handelt, ist allerdings noch unklar.

Experten gehen zudem davon aus, dass die meisten Atommeiler die Stresstests wohl nicht bestehen würden, sollte die Sicherheit vor Terroranschlägen Prüfkriterium werden. Der Atomexperte Christian Küppers vom Öko-Institut, sagte mit Blick auf das französische Kraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze, gegenüber EurActiv.de:"Fessenheim ist in keiner Weise gegen einen absichtlichen oder unabsichtlichen Flugzeugabsturz geschützt."

Die Fraktionsvorsitzende der Europäischen Grünen im Parlament, Rebecca Harms, sprach in diesem Zusammenhang gegenüber EurActiv.de von einer "gefährlichen Reduzierung".

Eine Entscheidung über die Kriterien der Stresstests soll kommende Woche (KW 19) beim Jahrestreffen der 27 nationalen Behörden für Nuklearsicherheit in Brüssel fallen.


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